Galerie auf der Pawlatsche: Reisenotizen aus Transnistrien

Galerie auf der Pawlatsche:  Reisenotizen aus Transnistrien

Einladung zur Ausstellung auf der Galerie auf der Pawlatsche am Institut für Slawistik

Sven Abraham
Reisenotizen aus Transnistrien

Dauer der Ausstellung: 1. 10 – 31. 10. 2014
Vernissage: 1.10. 18.30 (Einlass 18 Uhr) unter Anwesenheit des Autors

Meine Reisenotizen, die ich als Essay verstehe, sind während regelmäßigerReisen in die ungarisch-deutsch-kroatische Heimat meiner Mutter entstanden. Jedes Jahr kamen Bilder hinzu, andere entfielen. Wie bei der Rückkehr an bekannte Orte die Echos des vorigen Besuches präsent sind, überlagern sich die Eindrücke in einem Bild. Entfallene Bilder sind als Widerhall in den hinzugekommenen existent. Frei und konzeptlos entwickelte sich dieser Zyklus der in diesem Jahr enden wird. Alle Arbeiten sindrein analog entstanden, sind Doppel- zum Teil Mehrfachbelichtungen auf das selbe Stück Film, auf unterschiedlichen Papieren vergrößert. Die im Arbeitsablauf entstandenen technischen Mängel bleiben bestehen, die Makellosigkeit der Abzüge steht nicht im Vordergrund.

/Reisenotizen aus Transnistrien/

Keine Gewissheiten zu haben, dass heißt nicht dem Ort selbst jede Gewissheit abzusprechen. Kaleidoskopisch oder kristallin scheint das Land hinter dem Fluß in Abrahams Lichtbildern auf. Erscheinungen fächern sich auseinander oder schimmern durch sich selbst hindurch. Die Geflechte des noch weitgehend oberirdisch verlaufenden Leitungsnetzes und die Baumkronen vervielfachen sich in Reihen mit den gekalkten Bauernhäusern, den bekuppelten Türmen und Fensterbögen von Palästen und Kirchen. Bäume werden Skulpturen und Statuen zu Baumnymphen. Ein verwischender Lichtpinsel trägt Schatten ein und schlägt lichte Schneisen in eine vermeintliche Wirklichkeit. Die Trostlosigkeit des Horizonts vergeht mit der Erschütterung des Standpunkts. Er beginnt zu schwimmen, zerfasert oder biegt sich. Das Gran Eigenwürze erst, das die musische Betrachtung der Welt von der Inventur unterscheidet, schenkt den Erscheinungen die Kraft der Dauer. Wer anschaut, der gewinnt dazu. Wer überzählt, der wird verlieren. Sebastian Hennig

Zum Künstler

Sven Abraham [ Homepage ]
Geboren 1965 in Zittau, Sachsen
Nach der Schule 1972-1982Mechanikerausbildung und Abitur (Matura) auf der Abendschule.
1985-1995 Bühnenarbeiter und Theaterfotograf.
Seit 1995 verschiedene Tätigkeiten u. a. als Mechaniker, Fotograf, Kulturmanager, Kurator.