Lesung ukrainischer Autoren in der Bücherei Wien

Lesung ukrainischer Autoren in der Bücherei Wien

Am Mittwoch, 08.10.2014, ab 19.00 Uhr, finden in der Hauptbücherei am Gürtel (1070 Wien, Urban-Loritz-Platz 2a) die Buchpräsentationen zweier ukrainischer Autoren statt:

Andrej Kurkow liest aus Ukrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests. (a. d. Russischen von Steffen Beilich; Haymon)
Jurij Wynnytschuk liest aus Im Schatten der Mohnblüte (a. d. Ukrainischen von Alexander Kratochvil; Haymon)

Moderation, Dolmetsch und deutsche Lesung: Erich Klein (Übersetzer, Publizist, Literaturkritiker)

ukrain tagebuchUkrainisches Tagebuch. Aufzeichnungen aus dem Herzen des Protests

Rund zehn Jahre nach der Orangen Revolution blickt die Welt wieder gebannt auf die Ereignisse in der Ukraine: wochenlange Demonstrationen auf dem Kiewer Majdan-Platz, die Eskalation der Gewalt, die Annexion der Krim durch Russland, die drohende Spaltung des Landes – aber wie ist es dazu gekommen? Und wie wird es weitergehen? Andrej Kurkow lebt wenige Gehminuten vom Majdan-Platz entfernt und hat das Geschehen hautnah miterlebt. Als einer der bekanntesten ukrainischen Autoren und Kolumnist internationaler Zeitungen lädt Kurkow in diesem hochaktuellen Buch ein, die Ukraine besser kennenzulernen, zu verstehen, was sie geprägt hat und was die Menschen bewegt. Jenseits gängiger Klischees schildert er die Tage des Umbruchs in seiner Heimat und liefert so eine sehr persönliche Chronik der Ereignisse. Zudem beleuchtet er schlaglichtartig die wechselvolle Geschichte der Ukraine und porträtiert handelnde Personen, zentrale Schauplätze und Ereignisse – Majdan!, wie er wirklich ist.

Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt in Kiew. Er studierte Fremdsprachen (spricht insgesamt elf Sprachen), war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Seit 1996 ist er freier Schriftsteller und arbeitet daneben für Radio und Fernsehen. Romane wie Picknick auf dem Eis und Der Milchmann in der Nacht machten ihn einem breiten Publikum bekannt.

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Im Schatten der Mohnblüte

Ein Ukrainer, ein Deutscher, ein Pole, ein Jude. Die Heimat der vier jungen Freunde, das multikulturelle Lemberg der 1930er, ist ein bunter Ort voller bezaubernd kurioser Figuren – von der Großmutter, die leidenschaftlich als professionelles Klageweib arbeitet, bis hin zur uralten Bibliothekarin, die nicht sterben kann, bevor ihr Verlobter nicht aus den mystischen Tiefen der Regalreihen zurückgekehrt ist. Mit der Ankunft der Sowjets und später der Nazis wandelt sich die Stadt in einen düsteren Ort. Inmitten der Kriegswirren hinterlässt eine schicksalhafte Melodie Spuren, die bis in die Gegenwart führen: der Todestango. Auf geheimnisvolle Weise bringt er die Erinnerung an ein früheres Leben zurück und macht so möglich, dass geliebte Menschen sich wiederfinden können – dort, wo der Mohn tanzt.

Jurij Wynnytschuk, geboren 1952 in Ivano-Frankiwsk/ Ukraine, ist einer der bekanntesten ukrainischen Autoren. Sein Schaffen war und ist prägend für andere Schriftsteller des Landes. Aufgrund der politischen Verhältnisse konnte er seine Arbeiten bis 1990 nicht unter eigenem Namen veröffentlichen. Seit 1990 zahlreiche Publikationen, unter anderem Divy Notschi (Diven der Nacht) und der Roman Tango Smerti, welcher bereits in mehrere Fremdsprachen übersetzt wurde und nun auch auf Deutsch vorliegt.